Optionen sind eine Art von Finanztermingeschäften, mit denen das Recht, aber nicht die Pflicht erworben wird, einen bestimmten zugrunde liegenden Basiswert zu einem im Voraus festgelegten Preis per Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Verschiedenste Produkte wie Aktien, Futures oder auch Indizes können einer Option als Basiswert zugrunde liegen. Mit Optionen lassen sich vier Grundgeschäftsarten formen, denen im Ursprung zwei Optionstypen zugrunde liegen: die  Kaufoption, genannt Call, und die Verkaufsoption, genannt Put. Mit dem Kauf eines Calls erwirbt man also das Recht, den Basiswert am Verfallstag zum Basispreis (Strike-Preis oder  Ausübungspreis) der Option zu kaufen. Ein Put berechtigt zum Verkauf des Basiswertes. Welche Menge des Basiswertes dabei jeweils ge- oder verkauft wird, hängt von der Kontraktgröße ab, die ebenfalls im  Voraus festgelegt wird. Im Allgemeinen enthält eine Option das Recht auf eine Einheit des Basiswertes   (Bsp.: 1 Call berechtigt zum Kauf 1 Aktie).   Standardisierte und an Terminmärkten wie der EUREX gehandelte Aktienoptionen haben meist Kontraktgrößen von 100 (seltener 10), das  bedeutet beispielsweise: 1 Call-Kontrakt berechtigt zum Kauf von 100 (10) Aktien. Neben der Möglichkeit, einen Call oder Put zu kaufen und  damit eine Long-Position einzugehen, – also ein Recht zu erwerben, womit der Käufer zum Halter wird – ist es ebenfalls möglich, durch Verkauf  eine Short-Position einzugehen. Der Inhaber einer Short-Position wird als Stillhalter bezeichnet und verpflichtet sich zur Lieferung des  Basiswertes (bei Verkauf einer Call-Option) bzw. zur Abnahme des Basiswertes (bei Verkauf einer Put-Option) zum Basispreis.    Somit sind über Optionen vier verschiedene Geschäftsarten umsetzbar, die allesamt ihre Berechtigung haben können, je nach Art der  Spekulation oder Absicherung. Um den Absicherungscharakter einer Option erwerben zu können, muss der Käufer einen gewissen Preis  bezahlen, die sogenannte Optionsprämie. Der Stillhalter einer Option erhält dagegen diese Prämie, um für das mögliche Abnahme- oder  Lieferungsrisiko entschädigt zu werden. Dieser Preis wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, deren Auswirkungen mithilfe verschiedener  Modelle wie dem Black-Scholes-Modell erklärt werden können. Um den grundsätzlichen Preisbildungsvorgang zu verstehen, ist es ausreichend,  die Begriffe innerer Wert und Zeitwert zu erläutern. Dem vorausgehend muss noch ein anderer Aspekt eingeführt werden: eine Option kann drei  verschiedene „Zustände“ einnehmen. Wenn der Strike-Preis einer Call-Option unter dem aktuellen Marktpreis des Basiswertes liegt, ist diese  Option im Geld (in-the-money), da eine Ausübung der Option (das Wahrnehmen des enthaltenen Rechts) den Erwerb des Basiswertes zu einem  günstigeren Preis als am Markt ermöglicht. Stimmen Strike-Preis und Marktpreis überein oder liegen sehr nahe beineinander, ist diese Option  am Geld (at-the-money). Anderenfalls ist die Option aus dem Geld (out-ofthe-money), ein Erwerb des Basiswertes am Markt wäre also günstiger  als die Ausübung der Option, weil der Strike-Preis über dem Marktpreis liegt. Demzufolge sind diese Zustände oder Stati bei einer Put-Option  entgegengesetzt gelagert. Ein Put ist im Geld, wenn der Strike-Preis über dem Marktpreis liegt, der Verkauf des Basiswertes also zu einem  höheren Preis als am Markt erfolgen kann, wenn die Option ausgeübt wird. Die Zustände am Geld und aus dem Geld verhalten sich analog.  Dabei muss beachtet werden, dass der Status einer Option nur zu einem gewissen Zeitpunkt betrachtet werden kann, da der Marktpreis des  Basiswertes naturgemäß Schwankungen unterliegt und sich somit auch der Status einer Option ändert. Zur Veranschaulichung sehen Sie  unterhalb zwei Abbildungen.     Aus diesem Status wird nun auch der innere Wert abgeleitet. Innerer Wert existiert immer dann, wenn eine Option im Geld ist und errechnet  sich folgendermaßen:   Call: w = p – s Put: w = s – p    w ist der innere Wert s der Strike-Preis p der Marktpreis des Basiswertes  Der innere Wert stellt also sozusagen den Vorteil der Option gegenüber dem Marktpreis dar und ist somit immer in voller Höhe in der Prämie  enthalten, da anderenfalls Arbitragemöglichkeiten entstünden.   Der Zeitwert dagegen repräsentiert die höhere Wahrscheinlichkeit einer Option mit längerer Restlaufzeit gegenüber einer solchen mit geringerer  Restlaufzeit, den Zustand in-the-money bis zum Verfallstag zu erreichen oder beizubehalten. Je länger also die Laufzeit, desto höher der  Zeitwert. Aus diesem Grund sind Long-Positionen in Call- und Put-Optionen ceteris paribus sogenannte wasting assets, also im Zeitverlauf  automatisch an Wert verlierende Kontrakte, weil der Zeitwert von Tag zu Tag abnimmt. Die Trader Workstation bietet ein Feature namens  OptionTrader, der zu einem bestimmten Basiswert alle verfügbaren Optionskontrakte sortiert nach Laufzeit, Recht und Strike-Preis auflistet sowie die jeweiligen Kennzahlen (die sogenannten Greeks) dazu in Echtzeit errechnet.  Sie haben noch weitere Fragen zu Optionen?  Senden Sie uns eine E-Mail an   info@my-discount-broker.de © my-discount-broker.de  | Impressum | Datenschutz | Risikowarnung